2008

3/4plus Fachtag Wasser für Lehrerinnen und Lehrer aus Bremerhaven und Bremen

Lehrerinnen und Lehrer aus Bremen und Bremerhaven informierten sich in der Jugendherberge Bremen rund um das Thema Wasser mit Vorträgen und anhand von Unterrichtsbeispielen. Im Jahr 2008 steht das Thema Wasser im Mittelpunkt der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Projekt 3/4plus

Detlef Block, Vertreter des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa und Förderer des Fachtag Wasser, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wichtig ist seiner Ansicht nach die Bildungsarbeit bei Kindern und Jugendlichen, um ihnen das wichtigste Lebensmittel Wasser und seine Kostbarkeit näher zu bringen. Im Lande Bremen wird an vielen Schulen wassersparende Technik im Rahmen des 3/4plus Projekts eingesetzt, um Ressourcen zu schonen und Kosten zu sparen. Das 3/4plus Projekt im Land Bremen bietet Schulen eine Prämie an, wenn sie wenig Energie und Wasser verbrauchen.

Erfolgreiche Wassereinsparungen

3/4plus Projektkoordinatorin Dr. Anne Schierenbeck (bis Ende 2008) erläuterte die erfolgreiche Wassereinsparung an den Schulen: „An den Bremer Schulen verringerte sich der Wasserverbrauch seit Beginn des 3/4plus Projekts im Jahr 1994 merklich. Statt 186 l Wasser pro qm zu Anfang waren es im Jahr 2007 nur noch 124 l Wasser pro qm. In Bremerhaven verringerte sich der Wasserverbrauch von 1998 bis 2007 nur um 7 Liter pro qm. Das liegt aber am Vorhandensein eines Schulschwimmbads.“

Auswirkungen Klimawandel

Martin Fliegner von Geoscopia Umweltbildung erklärte anhand von Satellitenbildern, wie sich beispielsweise die Klimaerwärmung auf den Tschadsee am Südrand der Sahara auswirkt. „War der See 1963 noch 60 Mal so groß wie Bremen, waren es 1987 nur noch 10 Mal. Heute hat er die 2,5 fache Größe von Bremen“, erklärte der Geograph. In der Region regnet es 30 Prozent weniger aufgrund des weltweiten Temperaturanstiegs von 0,6 Grad Celsius. In den letzten Jahren spielte dabei auch die Entwässerung des Sees für die Landwirtschaft eine zunehmende Rolle, da sich die Ernährung geändert hat. Lebte die Bevölkerung früher hauptsächlich vom Fisch, leben die Menschen heute vom Ackerbau.

Wandel an der Weser

Gunnar Oertel von der Stiftung NordWest Natur erklärte den Wandel des Wassers an der Weser. Bis in die 70iger Jahre wurde Trinkwasser aus der Weser gewonnnen, heute wird das Grundwasser aus dem Bremer Umland für unser Trinkwasser aufbereitet. Außerdem hat sich durch die Vertiefung von Weser der Tidenhub merklich geändert. Die Fließgeschwindigkeit hat in der Weser und Wümme deutlich zugenommen, was sich auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Die Stiftung leitet ein Schulteich Projekt in den Wümmewiesen mit Grundschulkindern aus Borgfeld. Dabei sollen Kinder anderen Kindern das „Blaue Klassenzimmer“ näher bringen.

Renaturierung mit Freiwilligen

Das Projekt „Renaturierung des Embser Mühlengraben“ stellte Anke Gulau vor. Dabei renaturieren Kindergartenkinder, Schülerinnen sowie Erwachsene vor allem aus dem Bremer Osten tatkräftig ein 600 m langes Stück des Embser Mühlengrabens. Zielsetzung ist neben der Wiederherstellung naturnaher Fließgewässerstrukturen vor allem die Beteiligung der Bevölkerung und Umweltbildung.

Wasser im Schulunterricht

Lehrerinnen und Lehrer informierten sich über zahlreiche Unterrichtsangebote zum Thema Wasser. So erklärte beispielsweise Dr. Michael Stiller vom Nordsee-Museum Bremerhaven, warum Fische nicht ertrinken, die Universität Bremen stellt im Rahmen ihres ELISA LAB ihr Wasserlabor vor, der BUND Bremen die Wasseraktion für 3. Klassen. Die Aktionskonferenz Nordsee bietet Materialien über die Nordsee an, das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung verleiht einen Wasserkoffer, die Wasserausstellung der Gesellschaft für angewandte Stadtökologie wird im Herbst wieder in weiterführenden Schulen auf Tour gehen.

Kontakt

Katja Muchow
Tel. 0421 - 790 02 - 42
katja.muchow@34plus.de