2016

3/4plus Fachtag „Wasser“ für Lehrkräfte aus Bremen und Bremerhaven

am Mittwoch, den 24. Februar 2016 von 9 bis 16 Uhr,
im Überseemuseum Bremen

Die diesjährige Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen stand unter dem Motto „Wasser und wir – Unser Einfluss auf die kostbare Ressource“. Im Mittelpunkt stand, wie das menschliche Handeln, Konsumieren und Wirtschaften mit unserer Trinkwassernutzung zusammenhängen. Denn wir nutzen Wasser auf vielfältige Weise: zum Waschen, Kochen, für die Toilettenspülung und Pflanzenbewässerung, für die Herstellung der meisten Produkte und natürlich zum Trinken. Aber auch andere Konsumentscheidungen beeinflussen indirekt die Qualität unseres Trinkwassers. Ziel war es, aktuelle Informationen und Denkanstöße rund um das Thema Wasser zu bieten und gleichzeitig Anregungen für die Umsetzung im Unterricht oder bei Projekttagen zu geben.

Vorträge am Vormittag

Während am Vormittag Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Blickwinkeln in das Thema einführten, wurden die Teilnehmenden nachmittags selbst aktiv.

Nach einem Grußwort von Helge Wehrkamp von der Senatorin für Kinder und Bildung stellte Katja Muchow das Projekt 3/4plus und seine Erfolge vor. Im Rahmen des Energie- und Wassersparprojekts, an dem alle Bremer Schulen teilnehmen, erhalten Schulen in Bremen mit geringen Verbrauchswerten Prämien in Höhe von bis zu 2500 Euro (25% davon die Hausmeister). In Bremerhaven gehen 40% der eingesparten Kosten an die Schulen. Neben technischen Optimierungen werden die Schulen durch pädagogische Angebote darin unterstützt, ihren Verbrauch durch die Änderung des Nutzerverhaltens zu senken. Weitere Informationen zu den buchbaren Angeboten und den aktuellen Verbrauchswerten finden sich auf den Internetseiten http://34plus.de/34plus_2.html bzw. http://34plus.de/EinsparungErfolge.html

Als weiterer Referent war Michael Geißler der geoscopia Umweltbildung eingeladen. Geoscopia Vortrag gewährt in ihren Programmen mittels aktueller und alter Satellitenbilder einen ungewöhnlichen und spannenden Blick auf unserer Erde z.B. auf Wasserressourcen, Wetterphänomene oder Rohstoffquellen. Diese Bilder erlauben ebenfalls einen Vergleich wie wir das Angesicht des Planeten verändern. Neben der Vorstellung des Programms „Blauer Planet“ machte Herr Geißler bspw. durch Bilder des Aralsees deutlich, dass die Bewässerung von Baumwollplantagen den See in den letzten 50 Jahren auf 20% seiner ursprünglichen Ausdehnung hat schrumpfen lassen.

Im Anschluss stellte Lea Unterholzner, Landwirtschaftsexpertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), den Zusammenhang von industrieller Landwirtschaft – und insbesondere Tierhaltung – zur Trinkwasserqualität der Region her. Ihr Fazit war, dass unser Trinkwasser zwar weiterhin das am besten kontrollierte Lebensmittel und von hoher Qualität ist. Dennoch finden sich in manchen Gegenden in Niedersachsen in Trinkwasserproben immer häufiger bzw. eine höhere Belastungen von Nitrat aus Düngemitteln bzw. Gülle, Spuren von Pflanzenschutzmitteln oder Antibiotikarückstände. Auch wenn diese Werte meist unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen, wurde deutlich, dass die Wirtschaftsweise in der industriellen Landwirtschaft sichtbare Auswirkungen hat.

Workshops und Ausstellungsführung am Nachmittag

Nach der Mittagspause teilten sich die Teilnehmenden auf zwei Workshops auf: „Die Schule als LernORT am Beispiel von Projekten zum Thema Wasser“ für Lehrkräfte der Primarstufe mit Dr. Helen Oelgeklaus von der Universität Bremen sowie für die Sekundarstufe „Über den Tassenrand geschaut. Problemorientiertes Lernen am Beispiel von Wasser und Konsum“ mit Birte Habel vom Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz).

Im ersten Workshop überlegten die Teilnehmenden gemeinsam wie sich das Thema Wasser in und mit ihrem Schulgebäude umgesetzt werden könnte z.B. am Schulteich, mit einer Regentonne oder durch Wasserhahn- und Toilettenkontrollen. Dazu wurden mit einfachen Messinstrumenten auch beispielhaft die Sanitärraume des Überseemuseums unter die Lupe genommen.

Der zweite Workshop beschäftigte sich zum einen mit verstecktem oder virtuellem Wasser, das in allen unseren Produkten aus anderen Ländern der Welt importiert wird, das wir aber auch auf Urlaubsreisen in regenarme Regionen verbrauchen. Dazu wurden Unterrichtsmaterialien des biz vorgestellt. Gleichzeitig wurde erarbeitet, wie eine Problemstellung oder ein Phänomen genutzt werden kann, um es aus Sicht verschiedener Fächer und mit verschiedenen Methoden zu bearbeiten, in diesem Fall:
• Wo erlebe ich Wasser? Wo versteckt sich Wasser?
• Welche physikalischen/chemischen Eigenschaften hat Wasser?
• Kreisläufe des Wassers, Wasser in unserer Nahrung, Tiere und Pflanzen.
• Wie bestimmt die Wasserqualität? Wie wird Wasser verschmutzt und welche Auswirkungen hat dies?
• Kultur: Wasser früher, heute und in Zukunft. Umgang mit Wasser in anderen Ländern
• Handlungsmöglichkeiten erarbeiten: Was können wir tun?

Den Abschluss des Tages bildete eine Führung durch die Sonderausstellung des Überseemuseums „Faszination Wale – Mensch. Wal. Pazifik.“ Nicht zuletzt wurde hier gezeigt, dass eine Gefahr für diese größten Säugetiere der Erde Müll und Geisternetze sind, die entweder direkt im Meer entsorgt werden oder über die Flüsse in die Ozeane gelangen und somit ein Bogen geschlagen zum Motto des Fachtages und zum Einfluss des Menschen auf die Ressource Wasser.

Die Fortbildung wurde gefördert vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr